Es ist ja bekannt, dass die Bundeswehr immer mehr versucht öffentlich aufzutreten; ob auf Gelöbnissen, in Schulen oder auf Messen wird gerne Werbung fürs berufliche Töten und Sterben im Namen der deutschen Wirtschaft gemacht. In München gelang es im letzten Jahr immer öfter solche Veranstaltungen nicht unkommentiert über die Bühne gehen zu lassen.

Im Oktober 2010 fand auf dem Münchener Marienplatz ein Konzert der Bundeswehr, als Spendensammlung für die Kriegsgräberführsorge, statt. Ca. 50 Soldaten in Uniform, die auf dem Marienplatz die Verankerung der Bundeswehr in der Bevölkerung und somit die Unterstützung für Kriegseinsätze stärken sollen.

Natürlich regte sich dagegen Protest: Einige Jugendliche veranstalteten ihr eigens Konzert mit Kochtöpfen und Pfeifen. Natürlich wurde auch die Bevölkerung mit Transparenten und Flyern über den Grund aufgeklärt. Die Bundeswehr unterbrach daraufhin ihr Konzert für 20 Minuten, bis die DemonstrantInnen wieder abgezogen sind.

Insgesamt eine sehr gelungene Aktion. Wie so viele gelungene Aktionen konnte dies die Münchener Staatsanwaltschaft nicht einfach so stehen lassen. Es gab mind. 2 Anzeigen: Zum einen gegen einen angeblichen Versammlungsleiter; zum anderen gegen einen angeblichen Teilnehmer.

Am letzten Dienstag den 12.4.11 wurde jetzt gegen den angeblichen Teilnehmer R. verhandelt. Außer dass es eine gelungene Aktion war, konnte allerdings nichts aufgeklärt werden, da der Hauptbelastungszeuge (ein Cop) leider gerade in Holland im Urlaub ist. Die Anklage lautet Nötigung, also dass eine handvoll Jugendliche mit Kochtöpfen 50 Bundeswehrsoldaten genötigt haben sollen ihr Konzert zu unterbrechen. Leider finden Richter vorwürfe oft nicht so absurd wie sie vielleicht für uns klingen, deshalb erwarten wir mit Spannung die nächste Verhandlung.

Kommt alle! Am Dienstag den 24.5 (ja erst Mai.) um 9:45 zum Amtsgericht (beim Stiglmaierplatz) Sitzungssaal A124/I.